DGB-Jugend

Im Fachkräftemangel schwächelt die Ausbildung

04. November 2026
Dollarphotoclub_96842372 Jugend Ausbildung Praktikum Ferienjob Junge Azubi
Quelle: industrieblick_Dollarphotoclub

Ausgerechnet im Fachkräftemangel bilden immer weniger Betriebe aus, während gleichzeitig mehr junge Menschen einen Ausbildungsplatz suchen. Das Interesse junger Menschen an einer (dualen) Berufsausbildung steigt und das Handwerk ist stark gefragt. In der Zeitschrift »Gute Arbeit« 10/2026 setzt sich Sophie Schlingmann mit dem Dilemma auseinander und zeigt Lösungen auf.

Ausgerechnet im Fachkräftemangel bilden immer weniger Betriebe aus, während gleichzeitig mehr junge Menschen einen Ausbildungsplatz suchen. Das Interesse junger Menschen an einer (dualen) Berufsausbildung steigt und ist das Handwerk ist stark gefragt. In der Zeitschrift »Gute Arbeit« 10/2026 setzt sich Sophie Schlingmann mit dem Dilemma auseinander und zeigt Lösungen auf.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist widersprüchlich: Das Interesse junger Menschen an einer Ausbildung ist ausgeprägt, der Fachkräftemangel deutlich spürbar, doch die Zahl der ausbildenden Betriebe liegt bundesweit nur noch bei 18,7 Prozent. So ist Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandorts im demografischen Wandel nicht machbar.

Großes Ausbildungsinteresse, weniger Verträge

Fast 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Gleichzeitig ging das Ausbildungsangebot deutlich zurück. Den rund 530.300 Ausbildungsplätzen stand eine Nachfrage von 560.300 jungen Menschen gegenüber (vgl. Berufsbildungsbericht 2025).

Richtig ist: Es gibt Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt. In einigen Regionen werden nachgefragte Berufe nicht angeboten; dagegen sind manche offene Stellen wenig attraktiv: etwa das Friseurhandwerk, die Gastronomie und in die Lebensmittelbranche. Die Lösung kann nicht sein, junge Menschen in beliebige offene Stellen zu drängen. Vielmehr müssen Betriebe ihre Ausbildungsangebote attraktiver machen und ihre Auswahlverfahren überprüfen. Die Bundesanstalt für Arbeit, Arbeitgeber und Schulbehörden der Bundesländer müssen Angebots- und Nachfrageprobleme endlich intensiv angehen.

Wo es in der Ausbildung hakt

Wenn die Wirtschaft schwächelt, sparen Betriebe bei der Ausbildung. Immerhin bilden Unternehmen mit guter Konjunkturerwartung tendenziell mehr aus. Laut DGB-Ausbildungsreport 2026, der auf den Angaben junger Leute beruht, ergibt sich zunächst ein positives Bild: 65,7 Prozent der befragten Azubis sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass bei der Ausbildungsqualität nachgebessert werden muss, etwa bei den Arbeitszeiten. 35,4 Prozent der Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden. Bei einem Teil der Befragten ist nicht klar geregelt, wie und wann diese Zeiten ausgeglichen werden.

Auch bei den Ausbildungsinhalten ergibt sich Handlungsbedarf. 16,3 Prozent der Befragten müssen häufig Aufgaben übernehmen, die nicht zu ihrer Ausbildung gehören. Dadurch fehlt

Zeit, um die fachlichen Ausbildungsinhalte zu vermitteln und die notwendigen beruflichen Fähigkeiten zu erwerben. Ausbildungsfremde Tätigkeiten sollten daher die Ausnahme bleiben und nicht Bestandteil des Arbeitsalltags sein. Die Betreuung der Azubis kann besser werden. Rund ein Drittel der Befragten Azubis hat nicht einmal einen betrieblichen Ausbildungsplan zu Hand, Ausbilder*innen sind teils vor Ort nicht greifbar.

Die Gesundheit leidet

Die Bedeutung guter Ausbildungsbedingungen zeigt sich beim Thema mentale Gesundheit: 50,6 Prozent der Befragten berichten bereits von psychischen Belastungen, häufig durch Leistungs- und Zeitdruck, Personalmangel oder eine (zu) hohe Verantwortung.

Druck entfaltet auch eine fehlende Jobperspektive für die Zeit nach dem Abschluss. Laut Ausbildungsreport 2026 wissen Azubis bis weit in die Ausbildung hinein noch nicht Bescheid, ob ihr Betrieb sie übernimmt. Zum Zeitpunkt der Befragung wussten fasst 60 Prozent noch nichts von einer Übernahme, im dritten Ausbildungsjahr galt das für 37,1 Prozent der Befragten – ein Armutszeugnis für Arbeitgeber, das junge Menschen demotiviert.

(…)

Den vollständigen Beitrag in »Gute Arbeit« 10/2026 lesen (S. 8 ff.).

    Weitere Informationen

    Neugierig auf den umfassenden Beitrag von Sophie Schlingmann? Lesen in der Zeitschrift »Gute Arbeit« 10/2026, Titelthema: Ausbildung und Berufsstart – Die nächste Generation aktiv im Arbeitsschutz. Die Fachbeiträge:

    • Sophie Schlingmann: Im Fachkräftemangel schwächelt die Ausbildung (S. 8 ff.)
    • Romy Krug, Stefanie Hobrack-Zscheich: Sicher und gesund durch die Berufsausbildung (S. 13 ff.).
    • Sasha König, Jessika Rotgang: JAV: Gute Ausbildung braucht Mitbestimmung (S. 17 ff.).
    • Milena Bähnisch: Arbeitsschutz von Anfang an – ein Präventionsprogramm wirkt (S. 20 ff.),

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