Personalabbau ist nicht alternativlos
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Mit welchen Vorschlägen seid ihr in die Verhandlungen gegangen?
Primär war hier zunächst die Konzernforderung des Stellenabbaus. Lokal konnten wir unsere Geschäftsleitung schnell überzeugen, dass dies nicht der richtige Weg ist und wir zunächst andere Optionen in Erwägung ziehen sollten. Anfangs tat man sich aber schwer, ob diese Optionen wirklich den geforderten Einspareffekt bringen würden.
Welche Lösungsvorschläge hat der Betriebsrat dagegengesetzt?
Nach einem intensiven Brainstorming haben wir eine Palette an Lösungsideen mit in die Verhandlungen eingebracht. Dazu zählen beispielsweise ein Qualifikationsprogramm,
entgeltwirksame Arbeitszeitreduktion, Kurzarbeit, unbezahlte Freistellungen, karikative Einsätze und Ersparnisse materieller Natur, z.B. durch Lieferantenwechsel und Außerbetriebnahmen nicht genutzter Gebäudeteile.
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Aus eurer Erfahrung: Welche Möglichkeiten hat der Betriebsrat, um sich wirksam gegen Personalabbau zu wehren?
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Betriebsrat sollte sich nicht gleich von der ersten Aussage des Arbeitgebers »überrollen« lassen und einen Personalabbau als alternativlos hinnehmen. Wichtig ist hierbei die Kreativität des Gremiums. Dazu zählen Vorschläge, die nicht zu unrealistisch sind, und eine hohe Geschwindigkeit bei deren Kommunikation, um diese klar und mit guten Argumenten vorzustellen. Dabei sollte das Gremium nicht nur die kurzfristige Planung im Blick behalten. Auch die mittel- und langfristige Sicht ist wichtig.
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Christof Herrmann, AiB 2/2025, S.16f.
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