Arbeitsunfähigkeit

100 Millionen Fehltage wegen psychischer Leiden

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Quelle: nmann77_Dollarphotoclub

Die Zahl der Arbeitnehmer, die wegen psychischer Leiden und Verhaltensstörungen krankgeschrieben worden sind, hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2017 waren es 107 Millionen Fehltage. So die erschreckenden Zahlen eines Berichts der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Damit zählen Krankheiten wie Burnout oder Depressionen mittlerweile zu den zweithäufigsten Ursachen für eine Krankschreibung. Statistiker errechneten daraus Produktionsausfälle im Wert von 12,2 Milliarden Euro im Jahr. Auf dem ersten Platz der arbeitsbedingten Erkrankungen stehen nach wie vor Probleme an den Muskeln oder am Skelett.  Dazu zählen vor allem Rückenleiden.

Psychische Erkrankungen sind häufigste Ursache für Erwerbsunfähigkeit

Im Bereich der Erwerbsfähigkeit sind die Zahlen noch alarmierender. Dem Bericht »Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz« zufolge mussten sich im vergangenen Jahr 71.300 Menschen wegen psychischer Leiden erwerbsunfähig melden und in Rente gehen. Seelische Erkrankungen sind damit mit Abstand die häufigste Ursache für eine verminderte oder verlorene Erwerbsfähigkeit. Zum Vergleich: Renteneintritte wegen eines Tumors gab es in 21.600 Fällen und wegen einer Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems in 21.400 Fällen.

»Mittlerweile ist unstrittig, dass psychische Belastungen mit dem Wandel der Arbeitswelt zunehmen«, heißt es in der Studie. Neben arbeitsbedingten psychischen Belastungen spielten auch die persönliche Veranlagung und private Probleme eine Rolle.

Die Gründe für die häufigeren Krankschreibungen sind vielfältig. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nennt insbesondere zu viel Arbeit, die in zu kurzer Zeit erledigt werden soll.

Zu den belastenden Faktoren zählen zudem:

  • lange (mehr als 48 Stunden je Woche) und überlange Arbeitszeiten (mehr als 60 Stunden),
  • Schichtarbeit,
  • flexible bis nicht-vorhersehbare Arbeitszeiten,
  • unzureichende Möglichkeiten zur Erholung
  • »inadäquate Pausengestaltung«
  • Termin- und Leistungsdruck,
  • Multitasking und häufige Unterbrechungen

 

Quelle:

FAZ, Meldung vom 12.12.2018

© bund-verlag.de (ls)

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