Betriebsratsvorsitz

7 Fragen zur Führung eines Gremiums

09. September 2024 Betriebsratsvorsitz, Führungsstil
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Quelle: © Adam Gregor / Foto Dollar Club

Ein guter Führungsstil und ein respektvoller Umgang miteinander tragen wesentlich zum Erfolg eines Gremiums bei. Aber auch die innere Einstellung und Motivation spielen eine Rolle. Wichtige Hinweise gibt der Experte Dr. Frank Baschab in »Betriebsrat und Mitbestimmung« 9/2024.

1. Was zeichnet einen guten Führungsstil aus?

Wenn man das Thema Führung auf einen wesentlichen Führungsstil beschränken würde, dann wäre das der kooperative Führungsstil. Hierbei ist die Unterscheidung sinnvoll, dass Führung im Wesentlichen drei Grundaufgaben hat:

  1. Die Richtung angeben und für Resultate oder Ergebnisse sorgen.
  2. Schauen, dass die Dinge organisiert sind.
  3. Die Leute mitnehmen und beteiligen.

Ein anderer oft genannter Führungsstil ist der autoritäre Führungsstil. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die Führungskraft der wirkliche und alleinige „Chef im Ring“ ist. Es gibt Gruppen, in denen dieser Stil Sinn macht. Auch gibt es Vorsitzende, die diesen Stil häufig und über lange Zeit pflegen. Der Vorteil ist, dass Dinge rasch und unkompliziert geregelt werden. Der Nachteil ist sicherlich, dass die übrigen Betriebsräte nicht viel Arbeit übernehmen. Hier kreiert der Führungsstil das Problem selbst, dass er dann allerdings durch noch mehr Autorität, Ärger und Arbeit zu lösen versucht.

2. Wie lässt sich ein gutes Gemeinschaftsgefühl im Gremium herstellen?

Menschen, die sich in Gruppen engagieren, suchen nach einer Identifikation mit der Gruppe, nach einem gemeinsamen Kitt, der alles zusammenhält. Am ehesten kann diese Identifikation über die zu erreichenden Ziele, Ergebnisse, gemeinsame Erfolge oder Aktionen hergestellt werden. Gremien (und auch Teams) bilden sich, um eine gemeinsame Aufgabe zu erledigen. Die Richtung muss dabei allen klar sein.

Weiterhin ist hilfreich, dass die Gruppe sich nicht nur als Gremium trifft, sondern sich auch anders begegnen kann, wie z. B. durch gemeinsame Feiern, Aktivitäten oder teambildende Klausuren. Je besser sich Menschen kennenlernen, um so eher legen sie Vorurteile oder Vorsicht ab, trauen sich, sich zu zeigen und zu beteiligen und bauen tragfähige Beziehungen untereinander auf.

Wichtig ist zudem, dass man gemeinsame Regeln für den Umgang miteinander festlegt und darüber redet, wie mit möglichen Fehlern umgegangen wird. Denn: Wenn jemand einen Fehler macht und wird dafür bestraft, wird er oder sie in Zukunft mit großer Sicherheit weniger Beiträge leisten.

3. Wie kann man alle Mitglieder in einem Gremium in die Arbeit mit einbinden?

Viele Gremien machen den Fehler, gerade bei Neugewählten, recht früh zu erwarten, dass alle schnell an die großen Themen anknüpfen können und schon früh große Würfe machen können. Wichtig ist jedoch, kleine und große Beiträge für unterschiedlich erfahrene Mitglieder der Gruppe zu definieren, die in ihrer Gesamtsumme auf das Gesamte einzahlen.

Das bedeutet konkret, dass nicht jeder alles können muss und schon gar nicht unmittelbar. So können z. B. ganz kleine, überschaubare und auch leistbare Beiträge definiert werden, mit denen Leute erstmal starten können und Schritt für Schritt in die Arbeit des Gremiums hineinwachsen. Dadurch bekommen sie langsam eine wichtigere Rolle, erzielen erste Erfolge, zunehmendes Selbstvertrauen und können danach von Zeit zu Zeit größere Themen übernehmen. Alle haben einmal irgendwo klein angefangen.

Hilfreich ist zudem, so etwas wie ein Onboarding für alle neuen Mitglieder des Gremiums zu machen, bei dem über die Rechte und Pflichten der Mitgliedschaft gesprochen wird, die Erwartungen des Gesetzgebers und der Belegschaft und Aufgaben des Gremiums. Bereits vorhandene Stärken und Möglichkeiten jedes neuen Betriebsratsmitglieds können angeschaut werden – denn da, wo Leute gut sind, machen sie bessere Arbeit als da, wo sie sich quälen müssen.

Zudem hilft frühe konstruktive Rückmeldung, sowie Anerkennung und Wertschätzung, auch für die Erledigung kleiner, vermeintlich selbstverständlicher Aufgaben. Die Leitung des Gremiums braucht manchmal eher Großmut und einen langen Atem, aber, wie bereits erwähnt, alle Menschen können lernen.

4. Welche Rolle sollte der stellvertretende Vorsitz übernehmen?

5. Wie gelingt der Austausch von Wissen innerhalb des Gremiums?

6. Wie wichtig ist Feedback?

7. Was zeichnet einen wertschätzenden Umgang miteinander aus?

Antworten auf diese weiteren 4 Fragen gibt Dr. Frank Baschab in »Betriebsrat und Mitbestimmung« 9/2024. 

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