Gesundheitsschutz

Längere Arbeitszeiten steigern Burnout-Risiko

09. Mai 2025
Dollarphotoclub_16906716_160503-e1465204306653
Quelle: © diego cervo / Foto Dollar Club

Dass bestimmte Arbeitsbedingungen das Wohlbefinden beeinflussen, ist erwiesen. Ein aktueller Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) legt nahe, dass Frauen ein höheres Burnout-Risiko tragen als Männer, wenn an der Arbeitszeit geschraubt wird.

Dem IAB-Bericht zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen längeren Arbeitszeitwen und dem Auftreten von Burnout-Symptomen. Allerdings lässt sich diese Beobachtung nicht umfassend auf Beschäftigte übertragen. Denn insbesondere Frauen tragen das erhöhte Burnout-Risiko bei den entsprechenden Rahmenbedingungen. Männer, so die Erkenntnis des IAB, arbeiten im Schnitt länger als Frauen, haben aber ein geringeres Risiko, krankheitsbedingt wegen eines Burnouts auszufallen bzw. einzelne Symptome aufzuweisen. 

Anders bei Arbeitnehmerinnen: Mit einem Anstieg der Arbeitszeit, die im Schnitt 8,5 Stunden je Woche kürzer ist als bei Männern, steigt das Burnout-Risiko signifikant. Eine Erhöhung der tatsächlichen Wochenarbeitszeit um fünf Stunden (oder eine Stunde pro Arbeitstag) unter ansonsten gleichen Bedingungen führt dem IAB zufolge zu einer im Durchschnitt um 2,6 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit, von mindestens einem Burnout-Symptom betroffen zu sein. Gemessen an der durchschnittlichen Betroffenheit von Frauen, an Burnout-Symptomen zu leiden (54 %), entspricht dies einer Erhöhung des Risikos um knapp 5 Prozent.

Dieses Ergebnis wird bestätigt, wenn man die durchschnittlichen Arbeitsstunden von Beschäftigten mit und ohne Burnout-Symptomen betrachtet. Frauen, die mindestens ein Burnout-Symptom aufweisen, arbeiten pro Woche durchschnittlich knapp zwei Stunden mehr als Frauen, die nicht von Burnout-Symptomen berichten.

Das IAB stellt diese Erkenntnisse in Zusammenhang mit der aufgrund der wirtschaftlichen Lage intensiv geführten politischen und öffentlichen Debatte um eine Verlängerung von Arbeitszeiten vor. Das Institut stellt unabhängig von der tatsächlichen Möglichkeit von Arbeitszeiterhöhungen in einzelnen Branchen klar, dass längere Arbeitszeiten als Mittel gegen den Fachkräftemangel die gesundheitliche Belastung von Frauen verstärken können.

Lesetipp der Redaktion: 

Nicht nur die Frage nach der Arbeitszeit treibt viele Beschäftigte um, sondern auch nach dem Arbeitsort. Insgesamt geht es dabei häufig um die Work-Life-Balance. Immer häufiger fällt der Begriff »Workation«. Was dahinter steckt, erläutert der Beitrag »Arbeiten, wo andere Urlaub machen – und Fallen vermeiden« von Lukas Herget. 

Quelle:

Mitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 5.5.2025

© bund-verlag.de (mst)

Whitepaper KI-Verordnung viertel quadratisch - Anzeige -
Titelcover Arbeitszeitrecht
Jürgen Ulber, u.a.
Kompaktkommentar zum Arbeitszeitgesetz mit Nebengesetzen und Europäischem Recht
89,00 €
Mehr Infos

Das könnte Sie auch interessieren

Laptop_60327008-e1465203595218
Datenverarbeitung - Aus den Fachzeitschriften

Keilschrift oder ChatGPT?

Nachtarbeit Feierabend Büro Bürohaus Nacht
Arbeitszeiten - Aus den Fachzeitschriften

Nacht- und Schichtarbeit besser gestalten