Buchtipp

Praktische Lösungen für Betriebsräte

13. Januar 2026
betriebsrat-mitbestimmung-gruppe

Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ist die entscheidende juristische Arbeitsgrundlage nicht nur für Betriebsräte. Der neue Kommentar für die Praxis unter dem Kurznamen »DKW« ist gerade in der 20. Auflage erschienen. Hinter dem Kürzel verbergen sich die Namen der Herausgeber: Wolfgang Däubler, Thomas Klebe und Peter Wedde. »Gute Arbeit« hat Thomas Klebe nach den Besonderheiten gefragt.

Der DKW ist mit seiner 20. Auflage keine Neuheit, aber ein Erfolgsgarant. Warum brauchen Betriebsräte den DKW? 

Klebe: Er ist immer hochaktuell, weil er jedes Jahr vollständig überarbeitet wird. Deshalb kann er die neuen Entwicklungen in den Betrieben behandeln, und das sind ja viele in Zeiten von Transformation und Digitalisierung. Und es ist der Kommentar, der nicht nur die Rechtsprechung umfassend darstellt, sondern auch immer praktische Lösungen für die Betriebsräte hat, selbst wenn die Gerichte die Mitbestimmung zu eng sehen.

Was bietet der DKW genau?

Klebe: Er umfasst nicht nur das gesamte Betriebsverfassungsrecht mit Wahlordnung, sondern auch das Gesetz über Europäische Betriebsräte (EBR-Gesetz). Dort wird es ja einige Verbesserungen geben, die wir auch schon behandelt haben. Außerdem gehört zum Kommentar der Zugriff auf die Online-Ausgabe mit den jährlichen Aktualisierungen. 

Welche rechtlichen Neuerungen sind besonders bedeutsam?

Klebe: Eine ganze Menge. Wir haben die Rechtsprechung zu den Betriebsratswahlen aufgearbeitet. Weitere Themen sind die Mitbestimmung bei Cyberangriffen, Inhalte und Grenzen von Betriebsvereinbarungen zu Künstlicher Intelligenz, die angemessene Betriebsratsvergütung, die Ausübung der Mitbestimmung, wenn Geschäftsgeheimnisse betroffen sind, und die Folgen einer Matrixorganisation.

Alle DKW-Autoren haben die Arbeitswelt im Wandel im Blick, daher gibt der Kommentar Antworten auf viele Praxisfragen der Praxis. Dabei sind die Folgen der wirtschaftlichen Krisenentwicklung im Auge zu behalten: Kündigungsschutz, anstehende Restrukturierungen, Sozialplan, Umgang mit Kostendruck und technologischen Umbrüchen aller Art. Betriebsräte finden die Rechtsgrundlagen und dazu passende Handlungshilfen. 

Wer außer den Betriebsratsgremien braucht den DKW?

Klebe: Jede und jeder, die oder der mit dem BetrVG zu tun hat und Erfolg haben will. Der Kommentar ist zwar für die Beschäftigten parteiisch, aber er stellt natürlich davon unabhängig auch immer sehr gewissenhaft den gesamten Meinungsstand dar. In der aktuellen Lage des tiefgreifenden Wandels spielen Betriebsräte und Gewerkschaften als Gestalter eine zentrale Rolle: Sie müssen die Interessen der Beschäftigten sichern, die Transformation mitgestalten und neues Recht im Blick behalten. Dabei wird ihnen der DKW helfen.

Der Interviewpartner: Dr. Thomas Klebe, ehemaliger Justiziar der IG Metall, Mitherausgeber und Autor der Kommentare zum BetrVG (DKW und Basiskommentar).

Weitere Informationen

Interessiert an der Ausgabe »Gute Arbeit« 1/2026 mit dem Titelthema »DGB-Index Gute Arbeit – Lange Arbeitstage, Gift für die Gesundheit«. Weitere Beiträge: 

  • Dr. R. Schmucker, R. Sinopoli: Der Achtstundentag – zeitgemäß, kein Relikt (S. 8 ff.).
  • Dr. Nils Backhaus: Arbeitszeit: Faktor für Gesundheit und Erholung (S. 17 ff.).
  • Dr. Klaus Heimann: Arbeiten trotz Krankheit weit verbreitet (S. 21 ff.). 
  • Dr. Henri Hofene: Praxiswissen: Was genau ist ein Arbeitsunfall? (S. 25 ff.).
  • Manfred Wulff: Expertenrat –Hat die SBV Anspruch auf höhere Vergütung aufgrund fiktiver Beförderung ? (BAG – 25.2. 2025 – 9 AZR 5/24), S. 40.

Für die Online-Ausgabe registrierte Abonnentinnen und Abonnenten von »Gute Arbeit« greifen im Archiv kostenfrei auf alle Beiträge der Zeitschrift zu (ab 2012).

Jetzt 2 Ausgaben »Gute Arbeit« gratis testen und sofort online auf alle Inhalte zugreifen!

© bund-verlag.de (be)

Whitepaper KI-Verordnung viertel quadratisch - Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz - Aus den Fachzeitschriften

Nimmt KI uns bald den Job weg?