Unternehmensgründungen lassen zu wünschen übrig
Als Ursachen für die Zurückhaltung bei den Unternehmensgründungen nennen die Forschenden die Wirtschaftskrise und bürokratische Hürden. Zudem hätten sich die Rahmenbedingungen für Gründer*innen seit Jahren verschlechtert. Auch hohe Energiekosten und der Fachkräftemangel hinderten neue Unternehmen beim Start sowie beim Wachsen und blockierten Innovationen. Auch geopolitische Unsicherheiten dämpften zuletzt die Gründungsbereitschaft.
Die größten Rückgänge hat das Verarbeitende Gewerbe zu verzeichnen. 2024 wurden dort nur noch rund 5000 Unternehmen gegründet – 38 % weniger als 2016, als es noch gut 8000 waren. Im forschungsintensiven Teil der Industrie brach die Zahl der Neugründungen im Vergleich zu 2023 um 20,8 % ein.
Innovation leidet unter Entwicklung
Auch ZEW-Wirtschaftsforscherin Dr. Sandra Gottschalk sieht die Entwicklung kritisch: »Der Rückgang bei forschungsintensiven Industriegründungen könnte dazu führen, dass künftig weniger innovative Produkte auf den Markt kommen. Das schwächt bereits heute die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.« Zudem entstehen in den Branchen, in denen weniger neue Unternehmen an den Start gehen, auch weniger Arbeitsplätze.
Rückgänge zeigen sich auch im Baugewerbe. 2024 sank die Zahl der Neugründungen dort um 12,7 % auf nur noch rund 14.700 – gut 5500 weniger als 2019. Hauptursachen sind hier der Erhebung zufolge gestiegene Rohstoff- und Energiekosten, höhere Zinsen und die anhaltende Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung.
Etwas besser sieht es im Bereich der technischen Dienstleistungen und IKT (Informations-, Kommunikations- und Netzwerktechnologien) aus, wo etwa Entwicklungen rund um die Künstliche Intelligenz (KI) positive Effekte mit sich bringen. Dennoch gehe insgesamt die Zahl der Neugründungen auch hier zurück.
Quelle
Pressemitteilung des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim vom 4.9.2025
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