Ständige Erreichbarkeit gilt bei Beschäftigten als Gesundheitsrisiko
Protime, führender Anbieter von Workforce Management Lösungen, unter anderem Zeiterfassungssystemen, hat gemeinsam mit YouGov mehr als 1400 Berufstätige in Deutschland zum Thema »Erreichbarkeit« in der Freizeit befragt – mit klaren Ergebnissen: 41 % sehen in ständiger Erreichbarkeit ein Risiko für Stress oder Burnout. 62 % sprechen sich für ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit aus.
Besonders bei Führungskräften gehört ständige Erreichbarkeit zum scheinbar guten Ton. 60% der Führungskräfte gaben an, dass sie ihre E-Mails oder Anrufe auch außerhalb der Arbeitszeit beantworten. Im Gegensatz dazu arbeiten nur 33% der Beschäftigten in Nicht-Führungspositionen nach Feierabend weiter. Auch der Blick auf die Häufigkeit der Kontaktaufnahme zeigt, dass mit steigender Verantwortung die Erwartungen an ständige Erreichbarkeit steigen.
Interessant: Der Umgang mit dem Thema der ständigen Erreichbarkeit variiert in der Generationen sehr stark. Während ertwa jede*r Dritte der Gen Z (Altersgruppe: 13-28) Vorgesetzten antwortet, um sie nicht zu enttäuschen, geben in der Gen X (Altersgruppe: 45-60) 70 % an, dass für sie die besondere Dringlichkeit der Hauptgrund ist, um dem Chef oder der Chefin außerhalb der Arbeitszeit zu antworten. Bei den Babyboomern (Altersgruppe: 61-79) antwortet etwa die Hälfte den Vorgesetzten außerhalb der Arbeitszeit aus eigener Motivation heraus.
Generationsübergreifend wird ständige Erreichbarkeit als Gesundheitsrisiko eingeschätzt. Insgesamt 41 % der Befragten empfinden dadurch Druck. Frauen spüren diesen Druck offenbar stärker: 45 % von ihnen fällt es laut Umfrage schwerer, die arbeitsfreie Zeit unter Voraussetzung ständiger Erreichbarkeit wirklich zu genießen, verglichen mit 37 % der Männer.
Recht auf Unerreichbarkeit gewinnt an Bedeutung
Die Studie zeigt außerdem: Je größer das Unternehmen, desto größer die Sehnsucht der Beschäftigten nach Regeln und Gesetzen, die Klarheit bieten, ob und wie Arbeit in den Urlaub eindringen darf.
Protime CEO Gille Sebrechts betont, dass viele Beschäftigte sich unter Druck gesetzt fühlen, auch nach Feierabend oder im Urlaub erreichbar zu sein. Umso wichtiger sei es daher, dass Führungskräfte darauf achten, ihren Mitarbeiter*innen einen erholsamen Feierabend zu gewähren und den Urlaub oder die Freizeit zu respektieren.
Quelle:
Pressemitteilung der Protime WFM GmbH vom 18.6.2025
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