2.4 Frühberentungen infolge psychischer Störungen

Im Jahr 2016 gingen in Deutschland 173.996 Menschen infolge einer Erwerbsminderung vorzeitig in die Rente, das war knapp jeder 5. Rentenzugang (2015: 172.921 Zugänge). Das durchschnittliche Rentenzugangsalter bei Erwerbsminderung lag im Jahr 2016 bei den Frauen bei 51,2 Jahren und bei den Männern bei 52,1 Jahren. Bei krankheitsbedingter Frühberentung infolge psychischer Störungen liegt es mit etwas über 49 Jahren noch darunter.

74.468 Menschen gingen 2016 infolge einer psychischen Störung vorzeitig in Rente (2015: 74.234) (Abb. 29). Das ist ein Anteil von inzwischen zirka 43% an allen Erwerbsminderungsrenten.

Bereits seit 2005 sind die psychischen Störungen die größte Diagnosegruppe unter den krankheitsbedingten Frühberentungen, und bis 2013 ist die Fallzahl dieser Diagnosen gestiegen, gegen den rückläufigen Trend bei den krankheitsbedingten Frühberentungen insgesamt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Verlauf der Rate je 100.000 aktiv Versicherte (Abb. 30).

Abb. 30: Frühberentungen infolge psychischer Störungen, Trend – Rate je 100.000 aktiv Versicherte
  Insgesamt Männer Frauen
2000 102,0 93,8 111,4
2001 137,2 125,1 150,6
2002 130,4 117,9 144,3
2003 134,3 122,6 147,3
2004 140,1 128,9 152,6
2005 137,4 125,3 150,5
2006 132,4 121,6 144,0
2007 138,2 125,5 151,6
2008 147,1 131,0 164,2
2009 165,4 145,0 187,0
2010 180,9 157,7 205,4
2011 186,9 162,4 212,6
2012 188,7 160,8 218,1
2013 206,5 173,0 242,2
2014 201,6 167,8 237,6
2015 203,5 167,8 241,4
2016 205,7 168,4 245,4

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Ratenberechnung 2016 LGL: Fälle 2016, Versicherte 2015

Lange Zeit standen die Muskel-Skeletterkrankungen an erster Stelle der Diagnosehäufigkeit bei den Frühberentungen. Ihr Anteil hat sich seit 1996 etwa halbiert. Frauen sind insgesamt stärker betroffen als Männer, dies gilt insbesondere auch für die psychischen Störungen. Bei den Männern betrug 2016 der Anteil der psychischen Störungen bei den krankheitsbedingten Frühberentungen 36,5%, bei den Frauen hingegen 49,0%.

Abb. 31: Krankheitsbedingte Frühberentungen, 2016
Diagnosen Insgesamt Männer Frauen
Fälle

je 100.000
aktiv Versicherte

Fälle je 100.000
aktiv Versicherte
Fälle je 100.000
aktiv Versicherte
Psychische Störungen 74.468 205,7 31.426 168,4 43.042 245,4
Muskel-Skeletterkrankungen 22.816 63,0 10.938 58,6 11.878 67,7
Krebs 22.319 61,7 10.940 58,6 11.379 64,9
Krankheiten des Kreislaufsystems 16.174 44,7 11.428 61,3 4.746 27,1
Krankheiten des Nervensystems 11.349 31,4 5.562 29,8 5.787 33,0
Sonstige 26.870 74,2 15.832 84,9 11.038 62,9
Insgesamt 173.996 480,7 86.126 461,7 87.870 501,0

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Ratenberechnung LGL: Fälle 2016, Versicherte 2015

Lothar Schröder, u.a.
Ökologie der Arbeit - Impulse für einen nachhaltigen Umbau
lieferbar 39,90 €
Mehr Infos