Sonderpreis Öffentlichkeitsarbeit

Betriebsrat der AGCO Fendt GmbH, Marktoberdorf

► Projekt: Medienwerk

AGCO

„Weil Betriebsratsarbeit wertvoll ist, hat sie einen Platz in der Öffentlichkeit verdient.“

Betriebsrat der AGCO Fendt GmbH, Marktoberdorf

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt: Medienwerk
Bewerber/in: Betriebsrat der AGCO Fendt GmbH, Marktoberdorf
Beschäftigtenzahl: mehr als 1000
Branche: Landmaschinenbau
Gewerkschaften: IG Metall

 

Kurzpräsentation

Der Betriebsrat sah sich aufgrund der geringen Wahlbeteiligung im Jahr 2022 nicht nur mit Gegenwind von Seiten des Arbeitgebers konfrontiert. Auch in der Belegschaft wurde das Gremium mehrheitlich negativ wahrgenommen und erhielt wenig Rückhalt für seine Arbeit. Die Betriebsräte gingen in die Offensive und schulten zwölf interessierte Mitglieder in einem Auftaktseminar zur Öffentlichkeitsarbeit. In der Folge setzten sie dann erfolgreich verschiedene Formate ein (u.a. Podcasts, Videokampagne und Social Media), um die Arbeit des Gremiums öffentlich und seine Erfolge sichtbar zu machen.

Stichworte zum Projekt

  • Die Öffentlichkeitsarbeit des Gremiums ging „gegen Null“. Die Wahrnehmung der BR-Arbeit in der Belegschaft war mehrheitlich negativ.
  • Der Betriebsrat nutze eine Schulung als Auftakt, um die Öffentlichkeitsarbeit auf neue Füße zu stellen.
  • Durch den Einsatz unterschiedliche Formate der Öffentlichkeitsarbeit konnte eine deutliche höhere und auch positive Wahrnehmung der BR-Arbeit erreicht werden.

Motiv

Zur Betriebsratswahl 2022 verzeichnete das Gremium die mit Abstand schlechteste Beteiligung seit Jahrzehnten. Die Öffentlichkeitsarbeit des Gremiums ging „gegen Null“. Die Wahrnehmung in der Belegschaft war sehr negativ geprägt. Aus Sicht des Betriebsrats bestand kaum Verständnis für die Arbeit und die Erfolge des Gremiums. Auf Seiten der Geschäftsführung herrschte die Meinung, dass aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung (unter 50 %), der Betriebsrat weniger als die Hälfte der Belegschaft hinter sich vereine. Nach Einschätzung des Gremiums nutze der Arbeitgeber dies, um gegen die Arbeit des Betriebsrats vorzugehen. Gleichzeitig wurde auch rechtlich versucht, die betriebliche Interessenvertretung zu schwächen.

Vorgehen

In einem Auftaktseminar zur Öffentlichkeitsarbeit erfolgte eine Schulung für zwölf interessierte Betriebsräte, um die Wichtigkeit dieser Tätigkeit wieder nach vorne zu stellen und sich das Handwerkszeug für gute Öffentlichkeitsarbeit anzueignen. Das Ziel: eine nachhaltige und zielgerichtete Arbeit, kontinuierliche Verbesserung in der Umsetzung und die Nutzung neuer agiler Arbeitsform, um die Arbeit des Gremiums zu professionalisieren.

Ergebnisse

Das Gremium nutzt seitdem eine Vielzahl von Formaten der Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen ein monatlicher Podcast, wöchentliche Aushänge, Videokampagnen, der Einsatz von Social Media (Instagramm, TikTok) und die intensive Nutzung der eigenen Online-Plattform. Mentimeter-Umfragen bei Betriebsversammlungen, um direkt Feedback einzuholen, führten zu einer deutlichen Verbesserung in der Zustimmung durch die Belegschaft. Im Ergebnis konnte u.a. die Wahlbeteiligung bei der Aufsichtsratswahl verdoppelt werden. Die Teilnahme an Versammlungen erhöhte sich deutlich. Von der Belegschaft werden die Beiträge des Betriebsrats über die verschiedenen Kommunikationskanäle in hoher Zahl abgerufen.