Preisträger Gold 2025

Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, Hamburg

► Projekt: Gewalt gegen Beschäftigte / #HaltzuGewalt

Asklepios

„Wir stehen ein für Respekt und Sicherheit - gegen jede Form von Gewalt am Arbeitsplatz.“

Thomas Haul (Vorsitzender des GBR/KBR),  Sonja Guder (stellv. KBR-Vorsitzende), Rebecca Stüdemann (Gesamtbetriebsrat) (v. li.n.re.) 

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt: Gewalt gegen Beschäftigte / #HaltzuGewalt
Bewerber/in: Konzernbetriebsrat der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
Beschäftigtenzahl: mehr als 1000
Branche: Krankenhaus
Gewerkschaften: ver.di

 

Kurzpräsentation

Neben verbalen Entgleisungen von Patienten und deren Angehörigen kam es zunehmend auch zu körperlichen Angriffen gegen das Klinikpersonal. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber initiierten Gesamt -und Konzernbetriebsrat eine umfassende Kampagne, die ein klares Zeichen gegen diese Gewalt setzt und verschiedene konkrete Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden beinhaltet. Neben einer gemeinsamen Grundsatzerklärung von KBR und Vorstand zählt dazu das Projekt #HaltzuGewalt. Dieses wendet sich u.a. mit Workshops zum Deeskalationstraining und weiteren Hilfsangeboten für die Beschäftigten gegen Beschimpfungen, respektloses Verhalten und körperliche Gewalt.

Stichworte zum Projekt

  • Es kam zunehmend zu verbalen Entgleisungen und körperlichen Angriffen gegen das Klinikpersonal.
  • Dagegen initiierten KBR und GBR gemeinsam mit dem Arbeitgeber eine Kampagne und erarbeiteten zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden
  • Das Projekt #HaltzuGewalt wird aufgrund der positiven Effekte für die Beschäftigten auf alle Kliniken von Asklepios in Deutschland ausgeweitet.

Motiv
Anfang 2022 wurde in einer Notaufnahme einer Asklepios Klinik in Hamburg ein pflegerischer Kollege von Angehörigen krankenhausreif geschlagen. Im Juli 2023 gab es in einer weiteren Klinik einen gewalttätigen Vorfall, bei dem eine Kollegin auf dem Parkplatz der Klinik von Angehörigen eines Patienten zusammengeschlagen wurde. Weitere Vorfälle kamen im Laufe der Zeit dazu. Außerdem häuften sich Fälle heftiger verbaler Attacken gegenüber dem Klinikpersonal.

Vorgehen
Gemeinsam mit der Personalleitung Hamburg und der Geschäftsführung entschieden sich die betrieblichen Interessenvertreter, dagegen vorzugehen. Den Auftakt bildete ein Termin zwischen Mitgliedern des Gesamt- und Konzernbetriebsrates, der Personalleitung Hamburg und dem Zentrum für Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz (Z.A.G.), um die aktuelle Situation und das Ziel des Projektes zu besprechen. Anschließend wurde das geplante Projekt dem CEO vorgestellt. Dieser unterstützte das Vorgehen und auch den Ansatz, eine gemeinsame Kampagne zu starten. Auf Basis gemeinsamer Besichtigungen vor Ort wurden dann diverse (örtliche) Maßnahmen abgeleitet, die zum Zeitpunkt der Bewerbung für den Deutschen Betriebsrätepreis in der Umsetzung sind/waren.

Ergebnisse

Das Projekt #HaltzuGewalt umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, dazu zählen neben einer gemeinsamen Grundsatzerklärung von KBR und Vorstand der Kliniken u.a.

  • Anpassung der Hausordnungen in allen Kliniken
  • bauliche Maßnahmen (z.B. "Panikraum" für die Beschäftigten)
  • Einrichtung von Notruftelefonen mit Alarmkreisen für die Beschäftigten
  • klare Kommunikation in den Häusern für die Mitarbeitenden, dass jeder das Hausrecht ausüben kann und soll und bei Bedarf die Polizei alarmiert
  • interne Kommunikation der Kampagne, gefolgt von externer Kommunikation
  • Informationen für Patient:innen in mehreren Sprachen über Wartezeiten und wie sie entstehen (Erläuterung des Fachbegriffs „Triage“)
  • verpflichtende Schulungen für alle, insbesondere für Führungskräfte
  • Ausbildung von Deeskalationstrainern zur Schulung aller Mitarbeitenden
  • zentrale Hotline für Meldungen jeglicher Art (verbal, körperlich) und hierdurch Unterstützung bei der Meldung an die Berufsgenossenschaft
  • zentrale Unterstützung bei Strafanzeigen
  • regelmäßige Begehungen der Häuser
  • Gefährdungsbeurteilungen der Notaufnahmen und perspektivisch auch in allen anderen Bereichen der Häuser
  • Fördermittelanträge durch alle Häuser für 24/7-Security bei der Stadt Hamburg

Aufgrund der positiven Resonanz soll das Projekt ab 2025 auf alle Kliniken von Asklepios in Deutschland ausgeweitet werden.