Nominiert für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2025

Betriebsrat der John Deere GmbH & Co. KG, Werk Zweibrücken

► Projekt: Z³ Zweibrücken: Zuverlässig in die Zukunft / Ein Arbeitszeitmodell, das Sicherheit und Flexibilität vereint!

John Deere

„Wenn der Markt einbricht, brechen wir auf: Alle zusammen auf neuen Wegen - Volle Kraft Richtung Zukunft!“

Betriebsrat der John Deere GmbH & Co. KG, Werk Zweibrücken

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt: Z³ Zweibrücken: Zuverlässig in die Zukunft / Ein Arbeitszeitmodell, das Sicherheit und Flexibilität vereint!
Bewerber/in: Betriebsrat der John Deere GmbH & Co. KG, Werk Zweibrücken
Beschäftigtenzahl: 501 bis 1000
Branche: Maschinen- & Anlagenbau (Landmaschinentechnik)
Gewerkschaften: IG Metall

 

Kurzpräsentation

Aufgrund rückläufiger Aufträge war der Betriebsrat u.a. mit Personalabbauplänen des Unternehmens konfrontiert. Das Gremium erzielte den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen und eine Arbeitszeitverkürzung mit einem Lohnausgleich und Weiterqualifizierung der Beschäftigten. Außerdem vereinbarte der Betriebsrat ein einheitliches Arbeitszeitmodell und konnte so Entgeltnachteile verhindern. Hinzu kommen weitere Regelungen, u.a. zum Kurzarbeitergeld, um Beschäftigung in Krisenzeiten zu sichern.

Stichworte zum Projekt

  • Rückläufige Aufträge konfrontierten den Betriebsrat u.a. mit Personalabbauplänen des Unternehmens.
  • Das Gremium erzielte den Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen und verhinderte Entgeltnachteile.
  • Ein neues Arbeitszeitmodells kombiniert Beschäftigungssicherheit mit der Möglichkeit, flexibel auf schwankende Auftragslagen reagieren zu können.

Motiv

Aufgrund geringer Bauprogramme und damit rückläufiger Aufträge war der Betriebsrat u.a. mit Personalabbauplänen des Unternehmens konfrontiert. Im Unternehmen existierte zudem eine „Zweiklassengesellschaft“, da seit dem Jahr 2014 neue Mitarbeiter nur noch auf der Basis von 32-Stunden-Verträgen eingestellt worden waren. Die Belegschaft und der  Betriebsrat waren mit dieser Situation unzufrieden und wollten wieder beteiligungsorientiert ein einheitliches Arbeitszeitmodell vereinbaren. Da bereits aus der Vergangenheit Erfahrungen mit der Verhandlung innovativer Instrumente bei Schwankungen der Auftragslage entwickelt und vereinbart worden waren, griff der Betriebsrat in den anstehenden Verhandlungen darauf zurück, um Beschäftigungssicherung für die Beschäftigung zu ermöglichen.

Vorgehen

Auf Basis von internen Klausuren des Betriebsrats und unter Hinzuziehung eines externen Sachverständigen entwickelte das Gremium einen ersten Entwurf. Dieser beinhaltete u.a. den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und von Entgeltnachteilen, die Arbeitszeitabsenkung von 35 auf 32 Stunden bei vollem Lohnausgleich und die Erhöhung der Mehrarbeitszuschläge bei wieder erwarteter Erhöhung des Bauprogramms.

Ergebnisse

Anfang 2024 schlossen beide Seiten die Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung. Ende Januar/Anfang Februar 2024 zeichnete sich ab, dass das Bauprogramm weiter sinken wird. Aus diesem Grund wurde eine Ergänzung zur Betriebsvereinbarung Beschäftigungssicherung abgeschlossen, die im Anschluss weiter modifiziert und verlängert werden konnte. Es folgten Verhandlungen für ein neues Arbeitszeitmodell. Das neue Arbeitszeitmodell kombiniert Sicherheit für die Beschäftigten mit der Möglichkeit, flexibel auf schwankende Auftragslagen reagieren zu können. Erreicht wurde auch ein Teillohnausgleich in Form von zusätzlichen freien Tagen. Der Arbeitgeber gibt jedes Jahr fünf bzw. für Mitglieder der IG Metall sechs Tage für die Überbrückung der Schließphase hinzu. Sollte diese Flexibilität nicht ausreichen, kann vorrangig Kurzarbeit angewendet werden und diese wird bis auf 97 % vom Unternehmen aufgestockt. Hinzu kommen u.a. Regelungen zur Qualifizierungsauszeit.