Nominiert für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2025

Betriebsrat der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, Werk Bremen

► Projekt: Transformation und Zukunftssicherung eines traditionsreichen Instandhaltungsstandorts

DB

„Transformation gelingt, wenn Betriebsrat, Gewerkschaft, Politik, Forschung und Belegschaft handeln.“

Betriebsrat der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, Werk Bremen

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt: Transformation und Zukunftssicherung eines traditionsreichen Instandhaltungsstandorts
Bewerber/in: Betriebsrat der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, Werk Bremen
Beschäftigtenzahl: 201 bis 500
Branche: Instandhalter für Schienenfahrzeuge
Gewerkschaften: EVG

 

Kurzpräsentation

Im Zuge der Verkehrswende hin zu einem klimaneutralen Schienenverkehr drohte dem Werk Bremen der schleichende Bedeutungsverlust und ein massiver Arbeitsplatzverlust bis hin zu einer möglichen Schließung des Werks. Der Betriebsrat ergriff die Initiative und schob maßgeblich die Transformation hin zu einem modernen Komponentenwerk an. Zentral war dabei die Verankerung dieser Neuausrichtung über ein Memorandum of Understanding (MoU), das nach zähem Ringen mit der Geschäftsführung, Unterstützung durch die EVG, Politik und Wissenschaft durchgesetzt werden konnte.

Stichworte zum Projekt

  • Dem Werk Bremen drohte der schleichende Bedeutungsverlust und ein massiver Arbeitsplatzverlust bis hin zu einer möglichen Schließung.
  • Der Betriebsrat setzte auf intensive Vernetzung mit zentralen gewerkschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteuren und erreichte so eine Neuausrichtung.
  • Neue Arbeitsplätze wurden geschaffen und eine Standortzusage bis 20230 vereinbart.

Motiv

Im Zuge der Verkehrswende hin zu einem klimaneutralen Schienenverkehr drohte dem Werk Bremen der schleichende Bedeutungsverlust – insbesondere als Dieselmotoren-Kompetenzzentrum. Der Betriebsrat sah die akute Gefahr eines massiven Arbeitsplatzabbaus (bis zu 150 Stellen) und einer möglichen Schließung des Werks. Die Geschäftsführung zeigt sich aber zunächst nicht bereit, eine langfristige Perspektive zu vereinbaren. Ziel des Betriebsrats war die Initiierung und Mitgestaltung der Transformation von einem klassischen Fahrzeugstandort für Diesellokomotiven hin zu einem modernen Komponentenwerk.

Vorgehen

Der Betriebsrat setzte dazu auf ein vernetztes Vorgehen und mobilisierte neben GBR und KBR auch die EVG auf Landes- und Bundesebene. Neben der Einbindung der Bremer Landesregierung, kommunaler Entscheidungsträger und Bundespolitiker, setzte das Gremium auch auf die Unterstützung durch Presse, TV und Online-Medien. Die Betriebsräte luden Regierungsvertreter zu Betriebsversammlungen ein und schalteten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat mit ein. Um Perspektiven für eine Transformation hin zu einem modernen Komponentenwerk zu entwickeln, beauftragten sie eine Marktanalyse und suchten den Austausch mit einem Forschungsinstitut der Fraunhofer-Gesellschaft.

Ergebnisse

Nach einem langwierigen und zähen Ringen verständigte sich der Betriebsrat mit der Geschäftsführung auf ein Memorandum of Understanding (MoU). Zentrale Aspekte sind darin Nachhaltigkeit, Innovation und Arbeitsplatzsicherung. Die Unterzeichnung zwischen DB-Konzernvorstand, Geschäftsführung und Land Bremen erfolgte am 30.01.2025 und hat eine Laufzeit bis Ende 2026. Erreicht werden konnte u.a. die finanzielle Förderung eines Wasserstoff-Prüfstandes als Beitrag zur klimaneutralen Instandhaltung. Mittlerweile arbeitet das Werk wieder wirtschaftlich profitabel und es wurden ca. 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine langfristige Standortzusage läuft bis mindestens 31.12.2030.