Preisträger Bronze 2022

Betriebsrat der Linde Material Handling GmbH, Aschaffenburg

► Projekt:
"Auch unter Last stabil und wendig wie ein Stapler - die solidarische Beschäftigungssicherung bei Linde Material Handling"

Mitbestimmen = Mitgestalten „Gestalten nur mit Uns“. Wir sind davon überzeugt, dass sich nur mit der Belegschaft die Zukunft positiv Gestalten lässt. Dafür setzen wir uns als Betriebsräte ein und erarbeiten mit unseren Kolleg*innen Lösungen. Insbesondere in der Krise gilt es „Beschäftigung halten - Zukunft gestalten“. Dies ist uns sehr gut gelungen.

Özcan Pancarci, BR-Vorsitzender Linde Aschaffenburg und KBR-Vorsitzender

Daten und Stichworte zum Projekt

Projekt: Auch unter Last stabil und wendig wie ein Stapler - die solidarische Beschäftigungssicherung bei Linde Material Handling
Bewerber/in: Betriebsrat der Linde Material Handling GmbH, Aschaffenburg
Beschäftigtenzahl: > 1000
Branche: Maschinenbau/ Fördertechnik
Gewerkschaften: IG Metall

 

Stichworte zum Projekt

  • Coronakrise führt zu Androhung von Auslagerungen und Standortschließungen
  • Betriebsrat führt mehrstufige Verhandlungen und kommuniziert intensiv mit allen Stake-Holdern
  • Anstelle betriebsbedingter Kündigungen und Outsourcing werden umfangreiche Investitionen in Standort und langfristige, sozialverträgliche Lösungen vereinbart

Motiv

Die Coronakrise führte im Unternehmen zu massiven wirtschaftlichen Problemen. Nach Sparprogrammen standen die Drohung von Auslagerungen und Standortschließungen und damit ein massiver Verlust von Arbeitsplätzen bei dem Gabelstapler-Produzenten und Intralogistik-Konzern zur Diskussion.

Vorgehen

Der Betriebsrat ging in umfangreiche und schwierige Verhandlungen zu einem Logistik-Tarifvertrag und für ein Logistikkonzept. Während der gesamten Verhandlungen wurden die Belegschaft aber auch die lokale Öffentlichkeit, der Aufsichtsrat, der KBR und die Führungskräfte im Logistik-Bereich laufend über den Stand der Gespräche und die (Zwischen-)Ergebnisse informiert.

Ergebnisse

Zusammenfassend konnten in beiden Verhandlungsrunden folgende Vereinbarungen getroffen werden:

  • Investitionen von über € 70 Mio. in die Standorte. Kahl wird zum Vorzeigewerk für den KION Konzern, die Logistikprozesse in Aschaffenburg werden gebündelt und modernisiert. Im Nachgang der Vereinbarung wurden Investitionsbeschlüsse für Aschaffenburg über weitere € 23 Mio. getroffen. Eine der wesentlichen Investitionen erfolgt in eine zweite Schweißlinie
  • Betriebsbedingte Kündigungen und ein Outsourcing von Bereichen konnte verhindert werden
  • Die Kapazitätsgrenze in Aschaffenburg wird erhöht und weitere Investitionen in Fertigung und Anlagen folgen.
  • Für alle Bestandskollegen konnten Bestandsschutz erreicht werden.
  • Insgesamt wurde somit eine langfristige, nachhaltige und sozialverträgliche Sicherung für den gesamten Standort in Aschaffenburg erreicht.
  • Die ursprünglich negativen Beschäftigungszahlen konnten ins Positive gedreht werden.