Preisträger Bronze 2024
Konzernbetriebsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
► Projekt: Betriebsübergreifende Arbeitsplatzsicherheit bei (freiwilligen) Veränderungen für die Beschäftigten des LVB-Konzerns
► Interview im AiB-Podcast: Arbeitsplatzsicherheit und Weiterbildung im Fokus
► Bronzepreisträger in Kurzdokumentation
„Manchmal bedarf es sehr, sehr vieler kleiner Schritte, Hartnäckigkeit, Geduld und Einsatz, um Großes zu erreichen!“
Konzernbetriebsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
Daten und Stichworte zum Projekt
| Projekt: | Betriebsübergreifende Arbeitsplatzsicherheit bei (freiwilligen) Veränderungen für die Beschäftigten des LVB-Konzerns |
| Bewerber/in: | Konzernbetriebsrat der Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH |
| Beschäftigtenzahl: | mehr als 1000 |
| Branche: | Mobilität |
| Gewerkschaften: | ver.di |
Kurzpräsentation
Der KBR kämpfte seit der Bildung von Tochterunternehmen der LVB in den 1990er und 2000er Jahren für einheitliche soziale Bedingungen in der LVB-Gruppe. Dazu gehören auch die Weiterentwicklung bzw. Weiterbeschäftigung von Beschäftigten über die Grenzen der einzelnen Unternehmen innerhalb der LVB-Gruppe und ein einheitliches Sicherheitsnetz, u.a. bei freiwilligen Veränderungen. Die Betriebsräte entwickelten und vereinbarten dazu verschiedene Maßnahmen. Dazu zählen konzernweite Regelung bei freiwilliger, befristeter Übernahme einer anderen Aufgabe/Tätigkeit und bei der Stellenbesetzung.
Stichworte zum Projekt
- KBR stellte einheitliche soziale Bedingungen bei freiwilligen Veränderungen in der LVB-Gruppe in den Vordergrund
- Das Gremium entwickelte und vereinbarte dazu verschiedene Maßnahmen
- Dazu zählen u.a. das „Führen auf Probe“, Regelungen zur Abordnung und Stellenbesetzung, die Möglichkeit zur Erprobung ohne erneute Probezeit und die Einführung einer Betriebsrätevollkonferenz
Motiv
Der LVB-Konzernbetriebsrat setzt sich seit der Bildung von Tochterunternehmen in den 1990er und 2000er Jahren – dazu zählen LAB (Leipziger Ausbildungsbetriebe), IFTEC GmbH (u.a. Schienenfahrzeuge und Gleisinfrastruktur), LeoBus (Busfahrer), LSVB (Straßenbahnfahrer), LTB (Fahrzeugmanagement), LSB (Dienstleistungen wie Reinigung und Fahrausweisprüfung) – für einheitliche soziale Bedingungen in der LVB-Gruppe ein.
Vorgehen
Dazu gehören auch die Weiterentwicklung bzw. Weiterbeschäftigung von Kolleg:innen über die Grenzen der einzelnen Unternehmen innerhalb der LVB-Gruppe. Der Betriebsrat entwickelte und vereinbarte dazu verschiedene Maßnahmen.
Ergebnisse
- 1. Schritt – Das „Führen auf Probe“ beinhaltet, dass mit Arbeitnehmer:innen, denen beispielsweise Führungspositionen mit Personalverantwortung übertragen werden, zeitlich begrenzte Arbeitsverhältnisse bis zur Gesamtdauer von zwei Jahren vereinbart werden. „Bei Bewährung wird die Führungsfunktion auf Dauer übertragen; ansonsten erhält der Arbeitnehmer eine der bisherigen Eingruppierung entsprechende Tätigkeit.“
- 2. Schritt – Mit der Konzernbetriebsvereinbarung „Abordnung und Stellenbesetzung“ ist es nun z.B. möglich, kurzfristig eine andere Tätigkeit zu übernehmen, wenn eine Beschäftigte / ein Beschäftigter fahrdienst- oder arbeitsplatzuntauglich, aber nicht arbeitsunfähig ist und /oder sich auf einen anderen Arbeitsplatz testen will, ohne dass es gleich zum Arbeitsplatzwechsel und damit ggf. zum Wechsel des „formalen“ Arbeitgebers kommt.
- 3. Schritt – Eine konzernweite Regelung zur Stellenbesetzung ermöglicht eine Erprobung statt einer erneuten Probezeit.
- 4. Schritt – Mit dem Instrument der „Betriebsrätevollkonferenz“ führt der KBR eine neue Form der betrieblichen Mitbestimmung ohne Einschränkung der Rechte der örtlichen Betriebsräte in den Betriebsalltag ein.